1993 – Das erste Mal

Es war das Jahr 1993 in dem wir unseren ersten Urlaub in Florida verbrachten. Nach durchgestandener Hochzeit und daran anschließender Erholungswoche, in der Michaela nicht zu gebrauchen war (wegen anhaltender Nervosität), landeten wir etwas erschöpft in Miami, Florida.

Ankunft in Florida
In Miami mussten wir alle erst mal durch den Zoll. Nachdem das erledigt war, sehnten wir uns so richtig nach einem kühlen Drink. Den entdeckten wir dann auch an einem Erfrischungsstand, 0,5 L Cola – lecker, dachten wir, bis zum ersten Schluck, bäähh Chlor. Tja, zu der Zeit waren halt alle Eiswürfel noch aus chloriertem Wasser. Ist aber eine reine Gewöhnungssache. Erfrischt hat er trotzdem. Nach ca. einstündigem Aufenthalt ging es dann weiter zu unserem eigentlichen Zielflughafen, dem Tampa International Airport. In Tampa brauchten wir dann nicht noch mal durch den Zoll, da das ja bereits in Miami geschehen war. Als nächstes galt es dann das Gepäck aufzunehmen und den vorher gebuchten Mietwagen abzuholen.

Mietwagen abholen
Gebucht hatten wir den bei „Dollar rent a car“, wo wir, wie bei allen anderem Autoverleihern, einen Fragemarathon über uns ergehen lassen mussten. Wir wurden nach „tausend“ verschiedenen Versicherungen gefragt. Wenn wir die alle abgeschlossen hätten, wären wir wahrscheinlich auch gegen Erdbeben, Vulkanausbruch und Überschwemmungen versichert. Wenn der Wagen aus Deutschland aus gemietet wird, ist der wichtigste Versicherungsschutz schon enthalten, darum braucht man nicht noch mal extra welche abschließen und wenn der Wagen in Deutschland mit Kreditkarte bezahlt wird, ist der Versicherungsschutz eventuell noch höher. Das sollte vorher mit der Kreditkartengesellschaft abgeklärt werden. Was man allerdings unbedingt machen sollte, ist es, in den Vertrag vor Ort aufzunehmen, dass der Wagen mit vollem Tank wieder abgegeben wird, denn ansonsten wird bei Abschluss des Vertrags eine Tankfüllung gleich mit eingerechnet. Diese Tankfüllung wird aber zu einem wesentlich höherem Preis pro Gallone angerechnet, als die Gallone an den Tankstellen kostet. Nach dem Procedere ging es dann zu unserem ersten Hotel, in dem wir die erste Nacht verbringen wollten.

Erste Nacht im Howard Johnson, 2055 Dale Mabry, Tampa
Ein Super 8 Motel in der Nähe vom Flughafen. Dies diente nur als Anlaufstelle für die erste Nacht. Von dort aus wollten wir dann am nächsten Morgen starten und uns ein Hotel für einen längeren Aufenthalt suchen. Dummerweise wurde in dem Zeitraum der Buchung des Hotels und unserer Ankunft in Tampa, das Hotel von der Hotelkette Howard Johnson übernommen. Das hieß, dass wir erst mal fast die gesamte Straße rauf- und runtergefahren waren, bis wir das Hotel gefunden hatten. Aber als wir dann endlich ins große Kingsizebett fielen, waren wir doch glücklich und froh, das alles bisher so gut geklappt hat, zumal in dem Jahr 1993 Florida in die deutschen Medien wegen der Touristenmorde gekommen ist. Man hat dann doch ein mulmiges Gefühl, aber es ist nicht gefährlicher als in deutschen Städten auch.

Clearwater Beach / Tampa
Am nächsten Morgen sind wir dann nach Clearwater Beach gestartet und dort im Best Western Sea Stone Resort abgestiegen.
Ein sehr schönes Hotel, bestehend aus zwei Gebäuden mit schönen Zimmern von denen man einen Blick auf den Jachthafen zur einen Seite und auf den Golf von Mexico zur anderen hatte. In Clearwater wollten wir hauptsächlich ausspannen und uns erholen, am Pool bzw. am Strand. Da wir beide allerdings keine großen „Strandlieger“ sind, waren wir auch jeden Tag unterwegs. Am dritten Tag fanden wir dann auch endlich eine Mall, in der wir so richtig shoppen konnten. Bis dahin wunderten wir uns immer, wo man denn so günstig und gut einkaufen kann in Amerika. Die meisten Malls kann man als Amerika-Frischling gar nicht als solche erkennen. Denn sie sehen nicht so aus wie bei uns die „Einkaufszentren“, mit großen Schaufenstern zum bummeln. Gebummelt wird in Amerika in klimatisierten „Räumen“, d.h., dass viele Malls von außen wie große Betonklötze ohne Fenster aussehen, zumindest sah die in Clearwater so aus. Darum dauerte es auch etwas bis wir sie gefunden hatten. Aber dann ging der „Konsumrausch“ los. Na ja, natürlich in Maßen.

Busch Gardens, Tampa
Nachdem wir glücklich mit vollgepackten Tüten und Taschen zum Hotel zurückfuhren beschlossen wir am nächsten Tag dem Tier- und Vergnügungspark Busch Gardens einen Besuch abzustatten. Wenn es schon in Amerika einen Park gibt, welcher der deutschstämmigen Anheuser-Busch-Brauerei gehört und dieser auch noch den gleichen Namen wie man selber trägt, sollte ein Besuch schon drin sein. Dieser Park dient sowohl dem Vergnügen als auch dem Anschauen und Beobachten von Tieren. Ein großer Bereich wird hier den Gorillas gewidmet. Sie leben nicht in engen Gehegen, sondern auf weitläufigen Arealen mit Wasserfällen, großen Bäumen und Palmen. Dieser Bereich wird „Myombe Reserve“ genannt. Es wird hier viel über Gorillas vermittelt, in Wort, Zeichnungen und auf Videos, so dass es auch kleine Kinder verstehen. Des weiteren gibt es in diesem Park Bereiche für Giraffen, Gazellen, Nashörner und sogar weiße Tiger.
Da der Park, genauso wie SeaWorld, der Anheuser-Busch-Brauerei gehört, kann dort kostenlos Bier probiert werden, allerdings nur 2 Becher pro Tag. Einige bekannte Biersorten sind Budweiser, Michelob, Bud Ice und Bud Light.
Ein anderer großer Teil des Parks steht den Vergnügungssüchtigen zur Verfügung. Es gibt hier Achterbahnen aus Holz, Looping- und Wildwasserbahnen, die einen pudelnaß werden lassen. Dafür muss man sich nur auf die Brücke stellen, welche über die Wildwasserbahn führt, warten bis das nächste Boot kommt, Augen auflassen und sich der Wasserwand, die dann kommt, stellen. Da aber in Florida durchweg warmes Klima vorherrscht dauert es nicht lange bis man wieder trocken ist. Auch als dieser Tag vorüber war, waren wir zwar ziemlich „kaputt“ aber trotzdem glücklich.
Nach einer Woche Clearwater fuhren wir nach Orlando, hinein in den „Vergnügungspark“ von Florida.

Orlando
In Orlando verbrachten wir eine Woche im 15. Stock des Howard Johnson Universal Towers.  Dieses Hotel hat 20 Stockwerke und ist wie ein Turm aufgebaut. Die Aussicht vom 15. Stock aus war einfach klasse, besonders bei Nacht. Der Tower ist genau gegenüber vom Wasservergnügungspark „Wet’n Wild“. In dem Wasserpark gibt es eine Vielzahl von Wasserrutschen und -becken. Dort kann man „surfen“, sich von künstlich erzeugten Wellen schaukeln lassen und vieles mehr. Auch für die Kleinsten ist in dem Wasserpark gesorgt, mit einem eigens für sie vorgesehen Bereich.
Aber in Orlando ist man natürlich nicht, ohne bei Mickey Mouse vorbeizuschauen, zumindest nicht, wenn man zum ersten Mal dort ist. Genauso erging es uns auch. Geplant hatten wir erst Magic Kingdom, dann EPCOT-Center und die MGM-Studios, also drei Parks, drei Tage. Schon nach dem ersten Tag Magic Kingdom hatten wir uns sofort gesagt, erst mal einen Tag Pause einlegen, puuh.

Der etwas andere Kauf von Disney-Tickets
In den Malls findet man immer wieder kleine Stände, an denen Tickets für Disney Parks für $30 für 2 Tickets angeboten werden. Bei einem Einzelpreis von $39 an der Parkkasse, sind die $30 für zwei Karten ja ein richtiges Schnäppchen. Allerdings bekommt man auch in Amerika nichts geschenkt, außer vielleicht einem freundlichen Lächeln wo überall man auftaucht. Nach genauerem Studieren der Bedingungen für die günstigen Karten, sind wir am nächsten Morgen zu einer neuen Apartmentanlage in Orlando gefahren, einer sogenannten Time-Sharing-Anlage. Dort haben wir dann an einem 1 ½ stündigem Verkaufsgespräch mit Frühstück und Besichtigung der Apartments teilgenommen. Nachdem wir bei der entscheidenden Frage, ob wir solch ein Apartment erwerben wollen, mit „Nein“ geantwortet hatten, nahmen wir unsere Tickets entgegen und gingen. So günstig kommt man selten an Disney Tickets.

Magic Kingdom
Glücklich mit den günstig erworbenen Tickets, machten wir uns auf den Weg zum Magic Kingdom. Dort gingen wir gleich an den Kassen vorbei zur Monorail. Diese Magnetschienenbahn verbindet fast alle Parks und Hotels in der Walt Disney World. Im Magic Kingdom passierte es dann, wir kamen, sahen und wollten gar nicht mehr weg. Es war und ist einfach nur schön. Hier kann man so richtig vom Streß und Arbeitsalltag abschalten. Selbst das Warten von bis zu 1 Stunde in den Schlangen für die Attraktionen ist nicht nervig oder zermürbend. In diesem Urlaub geschah es, dass wir „Disney-süchtig“ wurden. Im MK besuchten wir dann Attraktion wie das Geisterhaus „Haunted Mansion“, „Jules Vernes: 20,000 Miles under the Sea“, Tom Sawyer Island, Jungle Cruise, eine Fahrt in einem Jungleboot, The Tiki Room, eine Show mit künstlichen Vögeln und viele andere. Ein weiterer, sich verheerend auswirkender Aspekt der Walt Disney World ist, dass es einfach zuviel zu kaufen gibt, wo die Maus oder seine Freunde drauf sind. Und wenn man schon „süchtig“ geworden ist, ist es einfach unfair, dass es an jeder Ecke die Maus gibt. Na ja, so schlimm ist nun auch wieder nicht. Aber auch dieser Tag neigte sich dem Ende und wir kamen mal wieder total erschöpft zum Hotel zurück. Am nächsten Tag brauchten wir dringend eine Pause und haben den Tag mehr oder weniger bei „Wet’n Wild“ verbracht. Aaaahh tat das gut, einfach nur in der Sonne zu liegen, bei 100° F wohlgemerkt mehr im Schatten, und es sich gut gehen zu lassen.

EPCOT Center
Nach diesem Erholungstag fuhren wir dann gestärkt und voller Vorfreude zum EPCOT-Center.  Auch hier hieß es wieder hinein in die Monorail und ab zum Eingang vom EPCOT-Center, aber erst nachdem die Karten gekauft wurden, allerdings zum damals regulären Preis von $39 das Stück. Aber was tut man nicht alles für seine „Sucht“. Das EPCOT-Center teilt sich auf in zwei Bereiche, der Future World und der World Showcase. In der Future World werden neue Technologien in den Bereichen Land, Wasser und Elektrotechnik/Elektronik gezeigt. Diese ganzen neue Technologien werden von namhaften Firmen wie, General Motors, Nestle USA, AT&T, Exxon und andere gesponsert. Ist ganz nett und informativ, aber nicht unbedingt lebensnotwendig für einen Besuch in der Walt Disney World. Der zweite Bereich des EPCOT-Centers ist wiederum interessanter: die World Showcase. Hier werden um eine Lagune herum 11 Nationen dargestellt, von Mexiko über Norwegen, China, Deutschland, Italien, USA, Japan, Marokko, bis Frankreich, Großbritannien und Kanada. Deutschland wird als bayerisches Dorf mit Hofbräuhaus und Blaskapelle gezeigt. Na ja, so lernt man Deutschland auch mal von der anderen Seite des großen Teiches kennen. Ist nicht unbedingt ein Muß. Interessanter sind dafür Norwegen (Fahrt in einem Baumstamm), Mexiko, Kanada und Großbritannien. In den verschiedenen Ländern gibt es eine Vielzahl von Restaurants in denen landesgemäß gegessen werden kann. Ich weiß, in Deutschland Weißwurst und Sauerkraut.

Kaufrausch
Nachdem wir auch diesen Tag angenehm bei Mickey Mouse und Co. verbrachten, nutzten wir die restliche 2 Tage in Orlando zum Shoppen. Durch Kontakte zu „Einheimischen“ erfuhren wir von „Belz Factory Outlet“. Dieses Outlet Center liegt in Verlängerung vom International Drive und bietet fast alles, was man in Florida kaufen kann. Von Haushaltswaren über Elektronikartikel zu Kleidung und Designerläden ist alles vorhanden. Dieses Outlet Center ist in zwei großen „Betonbunkern“ untergebracht, dachten wir damals zumindest, dass zu „Belz“ noch mehr Gebäude gehören haben wir erst so nach und nach erfahren. Hier haben wir dann ausgiebig unter anderem bei Levis, Converse und Nike eingekauft. Unsere Koffer füllten sich immer mehr. Aber irgendwann mussten wir dann auch Mickey Mouse und Orlando „bye,bye“ sagen und brachen auf, um unsere letzte Woche in Daytona Beach am Atlantik zu verbringen.

Daytona Beach
In Daytona Beach angekommen, checkten wir in das Days Inn in der South Atlantic Avenue 3209 direkt am Atlantik ein.  Hier wollten wir eine Woche zum Ausspannen verbringen, noch mal alles „aufsaugen“ und für den stressigen Berufsalltag in Deutschland kompensieren. Das hieß also – relaxen! Schon als wir das erste Mal zum Strand runtergingen schauten wir nicht schlecht. Direkt am Strand Autos? Schnell in den Reiseführer geschaut und… da stand es. In Daytona Beach ist es an bestimmten Strandabschnitten erlaubt mit dem Auto zu fahren. Okay, alles klar. Hatte also seine Richtigkeit. Die Autos waren dann schnell abgehakt, somit konnten wir uns den wirklich wichtigen Dingen widmen. Und das war natürlich das, was bei Hitze am besten ist.

Wasser, Wellen, Strand
Dem Atlantik und seinen Wellen. Und den bzw. die fanden wir klasse. Sich von den Wellen treiben lassen oder rausschwimmen und von einer großen wieder an den Strand gespült zu werden war einfach toll. Toll und auch anstrengend, und das hieß, wir fielen mal wieder am Abend glücklich erschöpft in die Betten. Aber auch in Daytona gibt es ja Möglichkeiten zum Bummeln und Einkaufen. Sorry, aber wir können es einfach nicht lassen. Die doch recht günstigen Preise, die Freundlichkeit der Verkäuferinnen und Verkäufer und die überhaupt allgemein schöne Atmosphäre verhinderten nicht unbedingt das Kaufen. Wie es ja hier in bei uns in Deutschland oft der Fall ist. Dabei fiel uns dann auch ein, dass man ja den Kofferraum des Autos, auch wenn er doch recht klein ist, prima mit den gekauften Sachen voll packen konnte, aber wie den ganzen „Kram“ wieder mit nach Hause kriegen? Nichts leichter als das. Wo gibt’s den nächsten Koffer zu erwerben? Dort drüben, okay und schon hatten wir einen Koffer mehr, der auch „proppevoll“ wurde. Wie ich geschrieben habe, haben wir in dieser Woche nicht so viel erlebt, da wir hauptsächlich am Pool lagen oder im Atlantik uns die Zeit vertrieben, und… ja ich weiß in der Volusia Mall von Daytona einkauften. Somit kam dann unser vorletzter Tag in Florida. Das war gleichzeitig unser Letzter in Daytona Beach. Wir packten also unsere Koffer (insgesamt dann drei, plus zwei Rucksäcke) und fuhren zurück nach Tampa ins Howard Johnson Motel, ehemals Super 8 Motel. In dem Motel verbrachten wir dann auch die letzte Nacht vor unserer Abreise nach Deutschland. Dort schwammen wir dann noch ein paar letzten Runden im Pool und gingen recht früh schlafen. Na ja, ich schlief früh, Michaela erst später oder… ich glaube gar nicht, da sie es nicht so mit dem Schlafen vor Flügen hat.

Ab nach Hause… leider
Der nächste Morgen war dann auch nicht so toll, da wir ja wieder weg mussten. Aber wir haben uns geschworen jedes Jahr wiederzukommen. Und das haben wir bis jetzt auch (fast) immer geschafft. Aber davon berichten wir später. Also bis zum nächsten Mal.+

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